Das Gespenst geht schon wieder um: die NPD zieht in den Landtag des nordostdeutschen Bundeslandes ein und wähnt sich schon kurz vor der Welteroberung. Die Medien reagieren verschnupft, bisweilen agressiv oder hysterisch. Klar entlarvt jedes Interview, jede Stellungnahme, eigentlich jeder Satzfetzen dieser Faschingsprinzen ihre dunklen Motive. Das Problem ist nur, dass immer mehr Leute in der Bevölkerung das für völlig normal hinnehmen und auch aus (berechtigtem?) Frust ihr Kreuz auf der rechten Seite machen.
Schuld hat dann der von Frauen ausgetrocknete Geschlechtermarkt in der Ucker- und sonstwo Mark. Oder manchmal auch die Alterungspyramide. Und schon keimt die Diskussion über die Nähe der NPD zur Gewalt- und Kameradschaftsszene auf. Die genervten Medien greifen zu den alten Waffen und schüren die (berechtigte!) Angst vor der NPD ordentlich, bauen fleissig an der Assoziationsmaschine (NPD = Dummheit, Gewalt, Gefahr) und müssen wohl einsehen, dass es schwierig werden wird, mit der gewohnten intellektuellen Arroganz die braunen Hohlschädel in die Knie zu zwingen.
Der Witz mit der NPD ist eigentlich der selbe wie mit der Natur und dem Mensch: Die NPD braucht die Demokratie, aber die Demokratie kann sehr gut auf die NPD verzichten. Das Urteil im höchstwahrscheinlich anbahnenden Verbotsprozess sollte also am besten das Prinzip der Gegenseitigkeit anwenden (und sinngerecht umkehren): Was du nicht willst erhalten, das füge keinem andern’ zu.


http://zuender.zeit.de/kavka_dir/2006/kavka-40-rechts-ist-nicht-besser
Left by Micha on September 29th, 2006